Geraldine Cailloux-Delaurent

Ich bin Geraldine Cailloux-Delaurent. Nach außen wirke ich ruhig, kontrolliert und zielgerichtet.
Das stimmt auch — zumindest zum Teil. Ich habe früh gelernt, mich auf mich selbst zu
verlassen, Nähe nur vorsichtig zuzulassen und meinen Platz im Universum nicht geschenkt zu
bekommen. Aufgewachsen bin ich nicht in einer Familie, sondern in einem staatlich
kontrollierten System aus Modulen, Routinen und funktionaler Kälte. Wärme, Geborgenheit oder
echte Zugehörigkeit waren dort nicht vorgesehen. Vielleicht kommt genau daher mein Drang
nach Freiheit, Kontrolle und einem Leben, das wirklich mir gehört.


Schiffe wurden für mich früh zu etwas Verlässlicherem als Menschen. Sie waren berechenbar,
greifbar, reparierbar — und damit auch ein Stück Sicherheit. Aus dieser Bindung entstand mein
eigener Weg als Pilotin. Heute bin ich Kommandantin der Citadel Geraldine, trage Verantwortung
für meine Crew und habe mir meinen Platz selbst erarbeitet. Trotzdem fällt es mir oft leichter,
Dinge zusammenzuhalten als Menschen an mich heranzulassen.


Amanda, Kathleen und Echo haben daran mehr verändert, als ich lange zugeben wollte. Jede von
ihnen hat auf ihre Weise Seiten in mir berührt, die ich lieber unter Kontrolle halte: Vertrauen,
Wärme, Schutzinstinkt, echte Verbundenheit. Gleichzeitig bleibt in mir dieser alte Konflikt
bestehen — unabhängig sein zu wollen, ohne innerlich leer zu werden.


Ein weiterer offener Teil meines Lebens ist meine eigene Herkunft. Offiziell sollen meine Eltern
bei einem Thargoidenangriff ums Leben gekommen sein. Doch je mehr ich darüber erfahre,
desto weniger glaube ich, dass die Geschichte so einfach ist. Wer sie wirklich waren und was
damals geschehen ist, gehört zu den Fragen, die mich bis heute nicht loslassen.


Mit dem Zirkel von Tab’Ewon verbindet mich bislang keine gewachsene Nähe, sondern eine
vorsichtige, noch junge Berührungslinie. Ich bin nicht Teil seiner Strukturen, habe ihn aber in
einer heiklen Angelegenheit als Vermittlerin gestreift und mir daraufhin ein erstes Bild gemacht.
Was ich bisher erkannt habe, ist kein leicht lenkbarer oder opportunistischer Kreis, sondern ein
Akteur, dem man mit Vorsicht begegnen sollte — und vielleicht auch mit Respekt.